Altbewährte Tradition innovativ verpackt

Zurück zur Natur ist modern – auch in der Veterinärmedizin. Die deutsche Firma EQUISPA hat eine jahrhundertealte Heilmethode neu und innovativ verpackt.

Die Medizin befindet sich in ständigem Fortschritt. Oft besteht aber gerade dieser Fortschritt in einem Blick zurück und in der Rückbesinnung auf Altbewährtes. Ob natürliche Antibiotika, Heilkräuter oder jahrhundertealte Therapien, moderne Therapiekonzepte versuchen medizinische Innovation mit traditionellen Ansätzen zu verbinden. Was sich in der Humanmedizin etabliert hat, findet häufig auch in der Veterinärmedizin großen Anklang. Denn: Was uns Menschen guttut, das tut oft auch den Vierbeinern gut.

Moor gilt als eines der ältesten Heilmittel überhaupt und wird in der Humanmedizin schon lange als Naturheilmittel verwendet. Moorpackungen können als Wärme- oder Kältebehandlung gegen chronisch rheumatische Erkrankungen des Bewegungsapparates, bei degenerativen Gelenkserkrankungen, chronischen Erkrankungen innerer Organe oder allgemeinen Schmerzzuständen wie Verspannungen eingesetzt werden. Auch beim Pferd hat sich diese Behandlungsmethode bewährt.

Die im baden-württembergischen Metzingen angesiedelte Firma EQUISPA verbindet diese jahrhundertealte Naturheilmethode nun mit einem innovativen und effektiven Außenelement. In Form einer Rumpfdecke, einer Bein- oder einer Halsmanschette lassen sich die heilenden Moorkissen zur Anwendung an verschiedenen Körperteilen in eingenähten Taschen einsetzen. Der Hersteller verspricht dadurch eine punktgenaue und damit höchst effektive Anwendung am gesamten Pferdekörper.

Der Naturgedanke setzt sich wie ein roter Faden in sämtlichen EQUISPA-Elementen durch. Diese bestehen aus 100 % biozertifizierter Baumwolle und sind dadurch sehr hautfreundlich. Wichtig für die Effektivität der Behandlung ist die gute Temperaturübertragung auf den Pferdekörper. Die Produkte werden in Deutschland hergestellt und können auf Wunsch in Sondergrößen gefertigt werden.

Die Wärmebehandlung mit Moorkissen wirkt durchblutungsfördernd und entspannt den Körper physisch und psychisch. Die Indikation dieser Naturheilmethode ist daher breit gefächert. Von allgemeinem Stress, über Arthrose und Durchblutungsstörungen bis hin zu Reizzuständen im Magen- und Darmtrakt kann eine Vielzahl an akuten und chronischen Beschwerden therapiert werden.

Die Kältebehandlung bietet sich wiederum bei Schwellungen, Ödemen, Hämatomen und Verstauchungen an. Die Therapie kann mehrmals täglich durchgeführt werden. Beide Therapiemöglichkeiten lassen sich durch die zusätzliche Anwendung einer EQUISPA-Heilpaste verstärken.

Naturheilmittel wie die Moorpackungen aktivieren die Selbstheilkräfte des Körpers und haben wenige bis keine Neben- oder Wechselwirkungen. Die Wärmebehandlung unterstützt die oxidativen Prozesse der Lactatverwertung. Neueste humanmedizinische Untersuchungen haben ergeben, dass Lactat als Energiequelle des Immunsystems dient. In der Pferdemedizin besteht diesbezüglich sicherlich noch Forschungspotenzial. Die tagtäglichen Erfahrungen mit dieser Therapiemethode bestätigen aber die positiven Therapieergebnisse der Humanmedizin. Nicht umsonst setzten bereits viele Freizeit- und Turnierreiter wie der NRHA-Trainer Gennaro Lendi auf die EQUISPA-Produkte.

Weitere Informationen zur Firma EQUISPA und den EQUISPA-Produkten finden Sie hier.

Rutschfest durch den Winter

Schnee, Eis und Matsch machen Pferd und Reiter im Winter häufig zu schaffen. Mit speziellem Winterbeschlag kann man die Winteridylle trotzdem rutschfrei genießen.

Es herrscht friedliche Stille. Die Landschaft ist von einer dicken weißen Schneeschicht bedeckt. Nur wenige Spuren von Wildtieren finden sich am frischen Neuschnee. Von den Nadelbäumen rieseln immer wieder kleine Schneeladungen herunter und bleiben in der Mähne des Pferdes hängen. Es ist ein nahezu perfekter Moment, ein Ritt mit dem Lieblingsvierbeiner durch eine winterliche Traumlandschaft.

So idyllisch wie nun gezeichnet kann der Winter tatsächlich sein, ist er aber häufig nicht. Viel eher machen Eis, Matsch und in den Hufen aufgestollter Schnee Pferd und Reiter zu schaffen.

Niemand würde bei einem solchen Wetter auf die Idee kommen mit Sandalen oder gar barfuß das Haus zu verlassen. Auch Pferde benötigen im Winter ein anderes Schuhwerk. Eine Ausnahme bilden natürlich Pferde, die nur in der Halle gearbeitet werden und kaum im Freien sind. Hier wäre eine spezieller Winterbeschlag wohl überflüssig.

Anders sieht es schon aus, wenn das Pferd viel Zeit auf der Koppel verbringt oder gar häufig ausgeritten wird. Lässt es die Hufqualität zu, sind keine speziellen orthopädischen Beschläge nötig und reitet man eher selten aus, bietet es sich an, den Vierbeiner im Winter für ein bis zwei Beschlagsperioden von den Eisen zu befreien. Vorsicht ist dann aber bei Ausritten geboten. An eisigen Stellen kann das Pferd nicht einsinken. Durch die natürliche Oberflächenbeschaffenheit der Hufunterseite gerät es leicht ins Rutschen. Vor allem bei oberflächlich leicht aufgetautem Boden wirkt die Bodenschicht wie reinste Schmierseife.

Will man das Pferd im Winter also regelmäßig im Freien arbeiten, ist ein spezieller Winterbeschlag unumgänglich. Bei normalem Beschlag kommt es bei Schnee zwischen den Hufeisenschenkeln zur Aufstauung des Schnees. Wird dieser nicht entfernt läuft das Pferd vergleichsweise auf High Heels. Ein sicheres Laufen und normales Auffußen werden dadurch unmöglich. Dieser Aufstollung kann man mit so genannten Grip-Einlagen entgegenwirken. Die Gummieinlagen werden zwischen Huf und Eisen gelegt und normal mit aufgenagelt. Die Gummieinlage ist dann dem inneren Rand des Eisens angepasst. Beim Auffußen auf Schnee wird der Gummi zusammengedrückt, beim Abheben des Fußes vom Boden drückt der Gummi den eingeballten Schnee durch seine Eigenspannung wieder aus dem Huf heraus.

Für zusätzliche Trittsicherheit bei rutschigen Bodenverhältnissen können zudem an den Eisenschenkeln Hartmetallstollen angebracht werden. Der passende Beschlag sollte in Absprache mit dem Huschmied auf jeden Fall individuell auf das jeweilige Pferd  angepasst werden!

Durchatmen!

Die Lunge ist eines der wichtigsten Organe im Pferdekörper. Von akuter Bronchitis bis hin zu Herzhusten gibt es einige Erkrankungen, welche die Atemwege schwächen können.

Durchschnittlich 60 Liter Luft atmet ein Pferd im Ruhezustand pro Minute ein. Das sind fast 90.000 Liter Luft am Tag. Ein solches Hochleistungsorgan wie die Lunge ist natürlich anfällig für Krankheiten. Insbesondere schlechte Luft im Stall und Staub können bei dem Luftvolumen schnell zu akuten und chronischen Erkrankungen führen.

Bronchitis
Eine Bronchitis ist wohl die bekannteste aller Atemwegserkrankungen. Sie wird in eine akute oder chronische Bronchitis unterteilt. Sämtliche akuten Entzündungen der Bronchialschleimhaut werden als akute Bronchitis benannt. Diese können auf virale Ursachen oder eine bakterielle Infektion zurückgeführt werden. Neben viralen Erkrankungen können also auch Staub, schlechtes Futter, starke Ammoniakbelastung durch alte Einstreu oder psychische Auslöser wie Stress ein Auslöser sein. Die Belastung von Schimmelpilzen kann zu einer allergisch bedingten Bronchitis führen.

Im Gegensatz dazu gibt es auch eine so genannte chronisch-obstruktive Bronchitis (COB). Die Ursachen für diese dauerhafte Entzündung sind ähnlich vielfältig wie jene einer akuten Bronchitis. Zum einen können infektiöse Erreger wie Viren, Bakterien, Pilze oder Lungenwürmer eine COB auslösen. Auch allergische Reaktionen auf kontaminiertes Grundfutter lassen sich in die Liste der Auslöser einreihen. Bei einer COB kommt es zu einer Verengung oder Verstopfung der kleinen Atemwege. Der an sich schützende Schleimfluss ist dann gestört oder verändert. Kommt es so weit, dass sich der Schleim verfestigt können die feinen Flimmerhärchen der Schleimhäute irreparabel geschädigt werden. Der Pferdekörper reagiert darauf mit einer erschwerten Atmung und Husten.

Anatomische Missbildungen
Ein weiterer Grund für Atemwegsprobleme kann eine anatomische Missbildung des Atmungsapparates kommen. Diese tritt im Bereich des Rachen, des Kehlkopfes, des weichen Gaumens oder der Trachea auf. Die Fehlbildungen führen zu einer teilweisen Verlegung der Luftwege, die wiederum die Atmung behindert. Große Pferderassen sind davon eher betroffen als kleine. Die meisten Missbildungen lassen sich chirurgisch gut behandeln.

„Lungenbluter“
Diese Erkrankung tritt zumeist bei Rennpferden auf, kann allerdings auch alles anderen Pferde betreffen und ist bisher noch nicht ganz erforscht. Die Erkrankung äußert sich durch Nasenbluten nach schwerer Belastung. Das Blut stammt aus der Lunge. Es wird angenommen, dass die Gefäße dem leistungsbedingt hohen Blutdruck nicht standhalten können und es dadurch zu den Blutungen kommt.

Herzhusten
Eine weitere Erkrankung, von der das Immunsystem des Pferdes nicht betroffen ist, ist der so genannte Herzhusten. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Linksherzinsuffizienz, die zur Lungenstauung führt. Das Pferd kann dabei regelrecht in Atemnot geraten. Herzhusten tritt häufig bei älteren Pferden auf, weshalb er umgangssprachlich auch oft als Altershusten bezeichnet wird. Auch Wetterfühligkeit und eine schwüle Wetterlage begünstigen diese Erkrankung.

 


Von den Nüstern bis zur Lunge
Der Weg der Luft in den Körper des Pferdes beginnt bei den Nüstern. Pferde atmen zwischen acht und sechszehn Mal pro Minute ein. Pro Atemzug werden zwischen vier und sechs Litern Luft aufgesogen. Über Rachen und Kehlkopf findet die Luft dann ihren Weg in die Luftröhre, die sich am Brusteingang in kleine Röhren, die sogenannten Hauptbronchien, aufteilt. Diese wiederum teilen sich in viele immer kleiner werdende Röhren, die Bronchien. An den Enden der feinsten Verästelungen sitzen die Lungenbläschen, welche wiederum von einem Netz aus Blutgefäßen überzogen sind. In den Lungenbläschen tritt der Sauerstoff in das Blut ein und Kohlendioxid aus dem Blut der Kapillaren über die Wand der Lungenbläschen in deren Luftraum über. Die nun mit Kohlendioxid angereicherte Luft wird wieder ausgeatmet.


Symptome für eine Atemwegserkrankung:

  • Husten
  • Nasenausfluss
  • Geblähte Nüstern
  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Erhöhter Puls
  • Erhöhte Atemfrequenz
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Schwitzen
  • Umfangsvermehrungen im Kopfbereich

 Die Auslöser für Atemwegserkrankungen sind mannigfaltig und teilweise nicht einfach festzustellen. Da nicht behandelte Erkrankungen zu ernsthaften langfristigen Folgen führen können sollte man schon die geringsten Anzeichen ernst nehmen und rechtzeitig einen Tierarzt zu Rate ziehen.


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Pferdewissen: Aufgezäumt!

Englisch, schwedisch und mexikanisch steht nicht nur für Flaggen und verschiedene Küchen, sondern auch für Zaumzeuge. Doch worin unterscheiden sich die diversen Zäume?

Der eigentliche Trensenzaum besteht lediglich aus zwei Backenstücken, dem Genickstück, einem Kehlriemen und einem Stirnband. An den beiden Backenstücken wird das Gebiss eingeschnallt. Die entscheidenden Unterschiede entstehen erst durch die Wahl des Reithalfters. Hier gibt es mittlerweile eine große Auswahl, die je nach Wirkung verschieden auf Kopf und Maul des Pferdes wirken. Wir stellen euch die gängigsten unter ihnen vor.

Englisches und englisch kombiniertes Reithalfter
Das englische Reithalfter ist wohl die am häufigsten verwendete Art der Zäumung. Es besteht aus einem Backenstück pro Seite und einem breiten Nasenriemen. Dieser läuft hinter dem Gebiss unter dem Backenstück der Trense durch und wird am Unterkiefer verschnallt. Die meisten Pferde tragen ein englisch kombiniertes Reithalfter, das neben dem Nasenriemen noch einen so genannten Sperrriemen enthält. Dieser ist in der Mitte des Nasenriemens am Nasenrücken befestigt und wird vor dem Gebiss verschnallt. Er soll ein Verrutschen des Gebisses und ein Öffnen des Mauls verhindern. Der Sperrriemen darf keinesfalls auf den Nasenflügel drücken oder zu eng verschnallt werden, da sonst die Atmung behindert werden kann. Das englisch kombinierte Reithalfter ist damit eigentlich eine Mischform des englischen und des Hannoverschen Reithalfters.

Hannoversches Reithalfter
Das Hannoversche Reithalfter besteht wie das englische aus zwei Backenstücken, das breitere Nasenband ist durch einen Ring auf beiden Seiten mit den Backenstücken verbunden. Der untere Teil des Nasenriemens, der so genannte Kinnriemen, wird vor dem Gebiss verschnallt. Auch bei diesem Reithalfter muss man darauf achten, dass es nicht zu fest verschnallt wird, da sonst die Atmung des Pferdes behindert wird. Der Nasenriemen muss hoch genug verschnallt sein, damit er nicht auf den Nasenflügel drückt, allerdings auch nicht zu hoch, da sonst der Kinnriemen das Gebiss in die Maulwinkel hochdrücken könnte.

Schwedisches Reithalfter
Eine weitere Mischform des englischen Reithalfters ist das so genannte schwedische Reithalfter. Es hat wie das englische Reithalfter einen breiten Nasenriemen, der hinter dem Gebiss verschnallt wird. Im Gegensatz zu diesem verfügt der Nasenriemen des schwedischen Reithalfters beim Verschluss über eine Umlenkung. Die Schnalle ist außerdem zusätzlich gepolstert. So wird der Druck über den gesamten Nasenriemen verteilt.

Mexikanisches Reithalfter
Beim mexikanischen Reithalfter kreuzen sich zwei dünne Nasenbänder auf dem Nasenrücken. Die beiden Nasenbänder werden hinter und vor dem Gebiss verschnallt. Dieses Reithalter ist vor allem im Springsport beliebt, da durch den hoch angesetzten Nasenriemen die Atmung nicht behindert wird.


 

Reiterwissen: Bunte Parcoursvielfalt

Der Springsport ist eine der populärsten, wenn nicht sogar die populärste Disziplin im Pferdesport. Auf zahlreichen Turnieren im In- und Ausland beweisen jedes Wochenende hunderte Reiter und Pferde ihr Können im Parcours.

Gerichtet wird dabei standardmäßig nach Fehlern und Zeit. Doch der Springsport hat eigentlich weitaus mehr Abwechslung zu bieten. Immer wieder finden sich in Ausschreibungen auch weniger bekannte Prüfungsformate. Einige davon stellen wir euch hier vor.

Zwei-Phasen-Springprüfung
Eine Zwei-Phasen-Springprüfung beginnt wie eine normale Springprüfung nach Fehlern und Zeit. Das Pferde-Reiter-Paar muss einen Parcours möglichst schnell und fehlerfrei bewältigen. Gelingt es diese erste Phase ohne Strafpunkte zu beenden, ist der Ritt aber noch nicht vorbei, sondern geht in die zweite Phase. Die Zeit beginnt sofort nach dem letzten Sprung der ersten Phase wieder bei Null und der Parcours wird quasi verlängert. Kassiert der Reiter in der ersten Phase bereits Fehlerpunkte wird er nach dem letzten Sprung der ersten Phase abgeläutet. Sieger ist jener Teilnehmer mit den wenigsten Fehlerpunkten und der geringsten Zeit in der zweiten Phase.

Stilspringprüfung
In einer Stilspringprüfung gelten nicht nur Fehler und Zeit, sondern vor allem die Qualität des Rittes. Reiter, Pferd und der Gesamteindruck werden ähnlich der Dressur mit einer Wertnote versehen. Von dieser Wertnote werden eventuell gesammelte Strafpunkte abgezogen. Sieger ist jener Reiter mit der höchsten Wertnote.

Punktespringprüfung
Bei einer Punktespringprüfung ist ein festgelegter Parcours einmalig zu überwinden. Er besteht aus sechs, acht oder zehn Sprüngen. Jedem der Sprünge wird eine Punktanzahl verliehen, die mit dem Fortlauf des Parcours ansteigt. So ist der erste Sprung einen Punkt, der zweite Sprung zwei Punkte usw. wert. Für jedes fehlerfrei überwundene Hindernis wird dem Reiter die jeweilige Punktanzahl gutgeschrieben. Kommt es zu einem Abwurf erhält der Reiter keine Punkte. Ein Ungehorsam wird beim ersten Mal mit keinen Strafpunkten versehen. Da allerdings auch die Zeit in das Ergebnis einfließt, entsteht bei Ungehorsam ein Nachteil. Sieger ist jener Reiter, der die meisten Punkte mit der geringstmöglichen Zeit erritten hat.

Eine leichte Abwandlung der Punktespringprüfung ist der Einsatz eines Joker-Sprunges als freiwillige Alternative zum letzten Sprung des Parcours. Der Joker-Sprung ist höher gebaut als die anderen Hindernisse. Dafür bekommt man beim fehlerfreien Überwinden die doppelte Punktzahl gutgeschrieben, bei einem Abwurf allerdings auch die doppelte Punktzahl abgezogen.

Jagd nach Punkten
Die Jagd nach Punkten ähnelt in ihrem Reglement der Punktespringprüfung. Sämtliche Hindernisse eines Parcours werden je nach Schwierigkeitsgrad mit Punkten von 10 bis 100 versehen und dementsprechend gekennzeichnet. Innerhalb einer beliebig festgesetzten Zeit können alle Sprünge in beliebiger Reihenfolge und Richtung beliebig oft überwunden werden. Hedes Hindernis wird allerdings nur maximal zweimal gewertet. Wenn der Reiter an einem Hindernis einen Abwurf kassiert, darf er dieses nicht noch einmal überwinden. Bei fehlerfreiem Überwinden werden die jeweiligen Punkte gerechnet, bei einem Abwurf gibt es für diesen Sprung keine Punkte. Nach Ablauf der vorgeschriebenen Zeit muss der Reiter die Ziellinie überqueren. Erst dann wird die Zeit gestoppt. Sieger ist jener Reiter mit der höchsten Punktezahl und der geringsten benötigten Zeit bis zum Durchreiten der Ziellinie. Auch bei der Jagd nach Punkten kann ein Joker-Sprung mit einem Wert von 200 Punkten eingebaut werden. Bei einem Abwurf werden hierbei die 200 Punkte abgezogen.

Springprüfung mit zwei Umläufen
Eine Springprüfung mit zwei Umläufen besteht aus zwei Durchgängen entweder desselben Parcours oder zwei unterschiedlicher Parcours. Sie werden nach Fehlern und Zeit oder nur nach Fehlern gewertet. Je nach Ausschreibung erreicht eine beliebige Anzahl an Teilnehmern den zweiten Umlauf. Die Strafpunkte des ersten Umlaufes werden in den zweiten mitgenommen. Sieger ist jener Teilnehmer mit den geringsten Strafpunkten in der geringsten Zeit benötigten Zeit im zweiten Umlauf.

Springprüfung mit Idealzeit
Diese Springprüfung wird wie eine klassische Prüfung nach Fehlern und Zeit gewertet. Vor Beginn des Bewerbes wird eine Idealzeit festgelegt, in welcher der Parcours bewältigt werden soll. Ist ein Reiter mehr als zwei Sekunden von dieser Idealzeit entfernt werden ihm für jede weitere angebrochene Sekunde 0,25 Strafpunkte addiert. Sieger ist jener Reiter mit den geringsten Strafpunkten, bei Punktegleichheit gewinnt jener Reiter, der näher an der Idealzeit liegt.

Pferdewissen: Geht’s dir gut?

Fell, Augen, Atmung – wir erklären euch, woran man ein krankes Pferd erkennen kann.

Bei Pferden gibt es ähnlich dem Menschen unzählige Krankheiten, die den Organismus befallen können. Im Ernstfall obliegt es Veterinärmedizinern anhand der Symptome zu bestimmen, woran das Pferd erkrankt ist. Um aber überhaupt zu wissen, wann ein Anruf beim Tierarzt nötig ist, sollte man ein krankes Pferd erkennen können. Im Gegensatz zum Menschen können Pferde uns nicht mitteilen, wenn sie sich schlecht fühlen oder Schmerzen haben. Erkennen kann man es aber trotzdem. Und zwar mittels Körpersprache.

Ein gesundes Pferd ist optisch gut erkennbar. Es sollte einen entspannten Eindruck machen, ein glänzendes Fell und klare wache Augen haben. Sein Fütterungszustand ist gut, es hat Appetit und trinkt regelmäßig. Puls und seine Atmung sind ruhig und gleichmäßig.

Symptome für eine Erkrankung
Bei kranken Pferden wirken die Augen häufig trüb, der Blick ist teilnahmslos. Auch gerötete und tränende Augen sind Anzeichen für eine Erkrankung. Das Fell ist matt und struppig, oftmals machen sich Erkrankungen durch Probleme beim Fellwechsel bemerkbar. Weitere Indizien für eine vorliegende Erkrankung ist Nasenausfluss, besonders wenn dieser dick und verfärbt ist. Atmet das Pferd unregelmäßig oder angestrengt, oder macht es gar Geräusche beim Atmen sollte dringend ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Entlastet das Pferd insbesondere vordere Gliedmaßen, sind diese geschwollen oder heiß und hat es Taktunregelmäßigkeiten im Gehen deutet dies auf Verletzungen des Bewegungsapparates hin. Weit aufgerissene Augen und Schwitzen ohne Anstrengung sind ebenso Ausdruck von Schmerzen.

Leidet das Pferd an einer Erkrankung des Verdauungstraktes sind neben den genannten Symptomen auch die Ausscheidungen des Pferdes aussagekräftig. Der Pferdemist sollte eine lockere Konsistenz haben und weder zu hart noch zu weich sein. Hat das Pferd Probleme beim misten oder leidet an Durchfall ist ein Besuch des Tierarztes auf jeden Fall ratsam.

Ein weiterer Anhaltspunkt für die Gesundheit des Pferdes sind seine PAT-Werte. PAT steht für Puls, Atmung und Temperatur. Die durchschnittlichen Werte liegen beim Pferd bei 32 bis 40 Pulsschlägen und 12 bis 20 Atemzügen pro Minute sowie bei 37,5 bis 38,3 Grad Celsius Körpertemperatur.

Der Puls ist mit der bloßen Hand am besten an der Unterkieferpartie, unter der Schweifrübe oder am Fesselkopf messbar. Die Atemfrequenz lässt sich am besten durch die Beobachtung des Hebens und Senkens des Brustkorbes bestimmt und die Temperatur wird mittels Fiebermesser im After bestimmt.

Let’s get fit!

Nach der Saison ist vor der Saison. Die Arbeit im Winter ist die Basis für Erfolge im Sommer. Doch worauf kommt es dabei an?

Der Grundstein für den Sommer wird im Winter gelegt. Die Turniersaison ist vorüber und der Fokus liegt schon auf dem kommenden Wettbewerbsjahr. In der turnierfreien Zeit gilt es, sich und das Pferd fit zu halten und bestmöglich auf die neue Saison vorzubereiten. Wichtig ist es, zwar den Trainingsschwerpunkt auf die eigenen Schwächen zu legen, sich und seinem Partner aber auch genügend Ruhe und Entspannung nach einer anstrengenden Saison zu gönnen. Sture und eintönige Winterarbeit braucht niemand. Ein lockeres abwechslungsreiches Training fördert Motivation und Leistungsbereitschaft des Pferdes. Und schließlich kann nur ein gesundes und leistungsbereites Pferd auch Bestleistungen erbringen.

Daher keinesfalls an immer gleichen Lektionen festbeißen! Vielmehr kann man diese einfach immer wieder kurz in ein lockeres Training einfließen lassen. Pferde lieben es, Neues zu versuchen. Daher ist Kreativität gefragt. Und wann könnte man dieser im Training besser freien Lauf lassen, als im Winter. Geht mit dem Pferd Spazieren, longiert es, schult mit Cavalettiarbeit Takt und Konzentration, versucht euch in Freiarbeit oder lasst auf einem Ausritt einfach gemeinsam die Seele baumeln.

Natürlich gilt es in Vorbereitung auf die nächste Turniersaison auch an neuen Lektionen zu feilen und Unsicherheiten auszumerzen. Lasst euch dabei von eurem Trainer unterstützen und stellt euch ein lockeres aber effizientes Trainingsprogramm zusammen. Der Winter bietet außerdem Zeit, einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Viele Reitställe und namhafte Trainer bieten gerade in der turnierfreien Zeit interessante Kurse und Lehrgänge. Diese sind ein einfaches Mittel, um seine Perspektive zu erweitern und dem eigenen Training einen neuen Touch zu verleihen.

 Ideen für ein cooles Wintertraining findet ihr hier:


Trainer und Ausbildungsställe in eurer Nähe findet ihr übrigens auf der Pferdesport-Online-App. Einem erfolgreichen Wintertraining steht damit nichts mehr im Wege!