Der Springsport ist eine der populärsten, wenn nicht sogar die populärste Disziplin im Pferdesport. Auf zahlreichen Turnieren im In- und Ausland beweisen jedes Wochenende hunderte Reiter und Pferde ihr Können im Parcours.

Gerichtet wird dabei standardmäßig nach Fehlern und Zeit. Doch der Springsport hat eigentlich weitaus mehr Abwechslung zu bieten. Immer wieder finden sich in Ausschreibungen auch weniger bekannte Prüfungsformate. Einige davon stellen wir euch hier vor.

Zwei-Phasen-Springprüfung
Eine Zwei-Phasen-Springprüfung beginnt wie eine normale Springprüfung nach Fehlern und Zeit. Das Pferde-Reiter-Paar muss einen Parcours möglichst schnell und fehlerfrei bewältigen. Gelingt es diese erste Phase ohne Strafpunkte zu beenden, ist der Ritt aber noch nicht vorbei, sondern geht in die zweite Phase. Die Zeit beginnt sofort nach dem letzten Sprung der ersten Phase wieder bei Null und der Parcours wird quasi verlängert. Kassiert der Reiter in der ersten Phase bereits Fehlerpunkte wird er nach dem letzten Sprung der ersten Phase abgeläutet. Sieger ist jener Teilnehmer mit den wenigsten Fehlerpunkten und der geringsten Zeit in der zweiten Phase.

Stilspringprüfung
In einer Stilspringprüfung gelten nicht nur Fehler und Zeit, sondern vor allem die Qualität des Rittes. Reiter, Pferd und der Gesamteindruck werden ähnlich der Dressur mit einer Wertnote versehen. Von dieser Wertnote werden eventuell gesammelte Strafpunkte abgezogen. Sieger ist jener Reiter mit der höchsten Wertnote.

Punktespringprüfung
Bei einer Punktespringprüfung ist ein festgelegter Parcours einmalig zu überwinden. Er besteht aus sechs, acht oder zehn Sprüngen. Jedem der Sprünge wird eine Punktanzahl verliehen, die mit dem Fortlauf des Parcours ansteigt. So ist der erste Sprung einen Punkt, der zweite Sprung zwei Punkte usw. wert. Für jedes fehlerfrei überwundene Hindernis wird dem Reiter die jeweilige Punktanzahl gutgeschrieben. Kommt es zu einem Abwurf erhält der Reiter keine Punkte. Ein Ungehorsam wird beim ersten Mal mit keinen Strafpunkten versehen. Da allerdings auch die Zeit in das Ergebnis einfließt, entsteht bei Ungehorsam ein Nachteil. Sieger ist jener Reiter, der die meisten Punkte mit der geringstmöglichen Zeit erritten hat.

Eine leichte Abwandlung der Punktespringprüfung ist der Einsatz eines Joker-Sprunges als freiwillige Alternative zum letzten Sprung des Parcours. Der Joker-Sprung ist höher gebaut als die anderen Hindernisse. Dafür bekommt man beim fehlerfreien Überwinden die doppelte Punktzahl gutgeschrieben, bei einem Abwurf allerdings auch die doppelte Punktzahl abgezogen.

Jagd nach Punkten
Die Jagd nach Punkten ähnelt in ihrem Reglement der Punktespringprüfung. Sämtliche Hindernisse eines Parcours werden je nach Schwierigkeitsgrad mit Punkten von 10 bis 100 versehen und dementsprechend gekennzeichnet. Innerhalb einer beliebig festgesetzten Zeit können alle Sprünge in beliebiger Reihenfolge und Richtung beliebig oft überwunden werden. Hedes Hindernis wird allerdings nur maximal zweimal gewertet. Wenn der Reiter an einem Hindernis einen Abwurf kassiert, darf er dieses nicht noch einmal überwinden. Bei fehlerfreiem Überwinden werden die jeweiligen Punkte gerechnet, bei einem Abwurf gibt es für diesen Sprung keine Punkte. Nach Ablauf der vorgeschriebenen Zeit muss der Reiter die Ziellinie überqueren. Erst dann wird die Zeit gestoppt. Sieger ist jener Reiter mit der höchsten Punktezahl und der geringsten benötigten Zeit bis zum Durchreiten der Ziellinie. Auch bei der Jagd nach Punkten kann ein Joker-Sprung mit einem Wert von 200 Punkten eingebaut werden. Bei einem Abwurf werden hierbei die 200 Punkte abgezogen.

Springprüfung mit zwei Umläufen
Eine Springprüfung mit zwei Umläufen besteht aus zwei Durchgängen entweder desselben Parcours oder zwei unterschiedlicher Parcours. Sie werden nach Fehlern und Zeit oder nur nach Fehlern gewertet. Je nach Ausschreibung erreicht eine beliebige Anzahl an Teilnehmern den zweiten Umlauf. Die Strafpunkte des ersten Umlaufes werden in den zweiten mitgenommen. Sieger ist jener Teilnehmer mit den geringsten Strafpunkten in der geringsten Zeit benötigten Zeit im zweiten Umlauf.

Springprüfung mit Idealzeit
Diese Springprüfung wird wie eine klassische Prüfung nach Fehlern und Zeit gewertet. Vor Beginn des Bewerbes wird eine Idealzeit festgelegt, in welcher der Parcours bewältigt werden soll. Ist ein Reiter mehr als zwei Sekunden von dieser Idealzeit entfernt werden ihm für jede weitere angebrochene Sekunde 0,25 Strafpunkte addiert. Sieger ist jener Reiter mit den geringsten Strafpunkten, bei Punktegleichheit gewinnt jener Reiter, der näher an der Idealzeit liegt.

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