Die Lunge ist eines der wichtigsten Organe im Pferdekörper. Von akuter Bronchitis bis hin zu Herzhusten gibt es einige Erkrankungen, welche die Atemwege schwächen können.

Durchschnittlich 60 Liter Luft atmet ein Pferd im Ruhezustand pro Minute ein. Das sind fast 90.000 Liter Luft am Tag. Ein solches Hochleistungsorgan wie die Lunge ist natürlich anfällig für Krankheiten. Insbesondere schlechte Luft im Stall und Staub können bei dem Luftvolumen schnell zu akuten und chronischen Erkrankungen führen.

Bronchitis
Eine Bronchitis ist wohl die bekannteste aller Atemwegserkrankungen. Sie wird in eine akute oder chronische Bronchitis unterteilt. Sämtliche akuten Entzündungen der Bronchialschleimhaut werden als akute Bronchitis benannt. Diese können auf virale Ursachen oder eine bakterielle Infektion zurückgeführt werden. Neben viralen Erkrankungen können also auch Staub, schlechtes Futter, starke Ammoniakbelastung durch alte Einstreu oder psychische Auslöser wie Stress ein Auslöser sein. Die Belastung von Schimmelpilzen kann zu einer allergisch bedingten Bronchitis führen.

Im Gegensatz dazu gibt es auch eine so genannte chronisch-obstruktive Bronchitis (COB). Die Ursachen für diese dauerhafte Entzündung sind ähnlich vielfältig wie jene einer akuten Bronchitis. Zum einen können infektiöse Erreger wie Viren, Bakterien, Pilze oder Lungenwürmer eine COB auslösen. Auch allergische Reaktionen auf kontaminiertes Grundfutter lassen sich in die Liste der Auslöser einreihen. Bei einer COB kommt es zu einer Verengung oder Verstopfung der kleinen Atemwege. Der an sich schützende Schleimfluss ist dann gestört oder verändert. Kommt es so weit, dass sich der Schleim verfestigt können die feinen Flimmerhärchen der Schleimhäute irreparabel geschädigt werden. Der Pferdekörper reagiert darauf mit einer erschwerten Atmung und Husten.

Anatomische Missbildungen
Ein weiterer Grund für Atemwegsprobleme kann eine anatomische Missbildung des Atmungsapparates kommen. Diese tritt im Bereich des Rachen, des Kehlkopfes, des weichen Gaumens oder der Trachea auf. Die Fehlbildungen führen zu einer teilweisen Verlegung der Luftwege, die wiederum die Atmung behindert. Große Pferderassen sind davon eher betroffen als kleine. Die meisten Missbildungen lassen sich chirurgisch gut behandeln.

„Lungenbluter“
Diese Erkrankung tritt zumeist bei Rennpferden auf, kann allerdings auch alles anderen Pferde betreffen und ist bisher noch nicht ganz erforscht. Die Erkrankung äußert sich durch Nasenbluten nach schwerer Belastung. Das Blut stammt aus der Lunge. Es wird angenommen, dass die Gefäße dem leistungsbedingt hohen Blutdruck nicht standhalten können und es dadurch zu den Blutungen kommt.

Herzhusten
Eine weitere Erkrankung, von der das Immunsystem des Pferdes nicht betroffen ist, ist der so genannte Herzhusten. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Linksherzinsuffizienz, die zur Lungenstauung führt. Das Pferd kann dabei regelrecht in Atemnot geraten. Herzhusten tritt häufig bei älteren Pferden auf, weshalb er umgangssprachlich auch oft als Altershusten bezeichnet wird. Auch Wetterfühligkeit und eine schwüle Wetterlage begünstigen diese Erkrankung.

 


Von den Nüstern bis zur Lunge
Der Weg der Luft in den Körper des Pferdes beginnt bei den Nüstern. Pferde atmen zwischen acht und sechszehn Mal pro Minute ein. Pro Atemzug werden zwischen vier und sechs Litern Luft aufgesogen. Über Rachen und Kehlkopf findet die Luft dann ihren Weg in die Luftröhre, die sich am Brusteingang in kleine Röhren, die sogenannten Hauptbronchien, aufteilt. Diese wiederum teilen sich in viele immer kleiner werdende Röhren, die Bronchien. An den Enden der feinsten Verästelungen sitzen die Lungenbläschen, welche wiederum von einem Netz aus Blutgefäßen überzogen sind. In den Lungenbläschen tritt der Sauerstoff in das Blut ein und Kohlendioxid aus dem Blut der Kapillaren über die Wand der Lungenbläschen in deren Luftraum über. Die nun mit Kohlendioxid angereicherte Luft wird wieder ausgeatmet.


Symptome für eine Atemwegserkrankung:

  • Husten
  • Nasenausfluss
  • Geblähte Nüstern
  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Erhöhter Puls
  • Erhöhte Atemfrequenz
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Schwitzen
  • Umfangsvermehrungen im Kopfbereich

 Die Auslöser für Atemwegserkrankungen sind mannigfaltig und teilweise nicht einfach festzustellen. Da nicht behandelte Erkrankungen zu ernsthaften langfristigen Folgen führen können sollte man schon die geringsten Anzeichen ernst nehmen und rechtzeitig einen Tierarzt zu Rate ziehen.


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