Durchatmen!

Die Lunge ist eines der wichtigsten Organe im Pferdekörper. Von akuter Bronchitis bis hin zu Herzhusten gibt es einige Erkrankungen, welche die Atemwege schwächen können.

Durchschnittlich 60 Liter Luft atmet ein Pferd im Ruhezustand pro Minute ein. Das sind fast 90.000 Liter Luft am Tag. Ein solches Hochleistungsorgan wie die Lunge ist natürlich anfällig für Krankheiten. Insbesondere schlechte Luft im Stall und Staub können bei dem Luftvolumen schnell zu akuten und chronischen Erkrankungen führen.

Bronchitis
Eine Bronchitis ist wohl die bekannteste aller Atemwegserkrankungen. Sie wird in eine akute oder chronische Bronchitis unterteilt. Sämtliche akuten Entzündungen der Bronchialschleimhaut werden als akute Bronchitis benannt. Diese können auf virale Ursachen oder eine bakterielle Infektion zurückgeführt werden. Neben viralen Erkrankungen können also auch Staub, schlechtes Futter, starke Ammoniakbelastung durch alte Einstreu oder psychische Auslöser wie Stress ein Auslöser sein. Die Belastung von Schimmelpilzen kann zu einer allergisch bedingten Bronchitis führen.

Im Gegensatz dazu gibt es auch eine so genannte chronisch-obstruktive Bronchitis (COB). Die Ursachen für diese dauerhafte Entzündung sind ähnlich vielfältig wie jene einer akuten Bronchitis. Zum einen können infektiöse Erreger wie Viren, Bakterien, Pilze oder Lungenwürmer eine COB auslösen. Auch allergische Reaktionen auf kontaminiertes Grundfutter lassen sich in die Liste der Auslöser einreihen. Bei einer COB kommt es zu einer Verengung oder Verstopfung der kleinen Atemwege. Der an sich schützende Schleimfluss ist dann gestört oder verändert. Kommt es so weit, dass sich der Schleim verfestigt können die feinen Flimmerhärchen der Schleimhäute irreparabel geschädigt werden. Der Pferdekörper reagiert darauf mit einer erschwerten Atmung und Husten.

Anatomische Missbildungen
Ein weiterer Grund für Atemwegsprobleme kann eine anatomische Missbildung des Atmungsapparates kommen. Diese tritt im Bereich des Rachen, des Kehlkopfes, des weichen Gaumens oder der Trachea auf. Die Fehlbildungen führen zu einer teilweisen Verlegung der Luftwege, die wiederum die Atmung behindert. Große Pferderassen sind davon eher betroffen als kleine. Die meisten Missbildungen lassen sich chirurgisch gut behandeln.

„Lungenbluter“
Diese Erkrankung tritt zumeist bei Rennpferden auf, kann allerdings auch alles anderen Pferde betreffen und ist bisher noch nicht ganz erforscht. Die Erkrankung äußert sich durch Nasenbluten nach schwerer Belastung. Das Blut stammt aus der Lunge. Es wird angenommen, dass die Gefäße dem leistungsbedingt hohen Blutdruck nicht standhalten können und es dadurch zu den Blutungen kommt.

Herzhusten
Eine weitere Erkrankung, von der das Immunsystem des Pferdes nicht betroffen ist, ist der so genannte Herzhusten. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Linksherzinsuffizienz, die zur Lungenstauung führt. Das Pferd kann dabei regelrecht in Atemnot geraten. Herzhusten tritt häufig bei älteren Pferden auf, weshalb er umgangssprachlich auch oft als Altershusten bezeichnet wird. Auch Wetterfühligkeit und eine schwüle Wetterlage begünstigen diese Erkrankung.

 


Von den Nüstern bis zur Lunge
Der Weg der Luft in den Körper des Pferdes beginnt bei den Nüstern. Pferde atmen zwischen acht und sechszehn Mal pro Minute ein. Pro Atemzug werden zwischen vier und sechs Litern Luft aufgesogen. Über Rachen und Kehlkopf findet die Luft dann ihren Weg in die Luftröhre, die sich am Brusteingang in kleine Röhren, die sogenannten Hauptbronchien, aufteilt. Diese wiederum teilen sich in viele immer kleiner werdende Röhren, die Bronchien. An den Enden der feinsten Verästelungen sitzen die Lungenbläschen, welche wiederum von einem Netz aus Blutgefäßen überzogen sind. In den Lungenbläschen tritt der Sauerstoff in das Blut ein und Kohlendioxid aus dem Blut der Kapillaren über die Wand der Lungenbläschen in deren Luftraum über. Die nun mit Kohlendioxid angereicherte Luft wird wieder ausgeatmet.


Symptome für eine Atemwegserkrankung:

  • Husten
  • Nasenausfluss
  • Geblähte Nüstern
  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Erhöhter Puls
  • Erhöhte Atemfrequenz
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Schwitzen
  • Umfangsvermehrungen im Kopfbereich

 Die Auslöser für Atemwegserkrankungen sind mannigfaltig und teilweise nicht einfach festzustellen. Da nicht behandelte Erkrankungen zu ernsthaften langfristigen Folgen führen können sollte man schon die geringsten Anzeichen ernst nehmen und rechtzeitig einen Tierarzt zu Rate ziehen.


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Pferdewissen: Geht’s dir gut?

Fell, Augen, Atmung – wir erklären euch, woran man ein krankes Pferd erkennen kann.

Bei Pferden gibt es ähnlich dem Menschen unzählige Krankheiten, die den Organismus befallen können. Im Ernstfall obliegt es Veterinärmedizinern anhand der Symptome zu bestimmen, woran das Pferd erkrankt ist. Um aber überhaupt zu wissen, wann ein Anruf beim Tierarzt nötig ist, sollte man ein krankes Pferd erkennen können. Im Gegensatz zum Menschen können Pferde uns nicht mitteilen, wenn sie sich schlecht fühlen oder Schmerzen haben. Erkennen kann man es aber trotzdem. Und zwar mittels Körpersprache.

Ein gesundes Pferd ist optisch gut erkennbar. Es sollte einen entspannten Eindruck machen, ein glänzendes Fell und klare wache Augen haben. Sein Fütterungszustand ist gut, es hat Appetit und trinkt regelmäßig. Puls und seine Atmung sind ruhig und gleichmäßig.

Symptome für eine Erkrankung
Bei kranken Pferden wirken die Augen häufig trüb, der Blick ist teilnahmslos. Auch gerötete und tränende Augen sind Anzeichen für eine Erkrankung. Das Fell ist matt und struppig, oftmals machen sich Erkrankungen durch Probleme beim Fellwechsel bemerkbar. Weitere Indizien für eine vorliegende Erkrankung ist Nasenausfluss, besonders wenn dieser dick und verfärbt ist. Atmet das Pferd unregelmäßig oder angestrengt, oder macht es gar Geräusche beim Atmen sollte dringend ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Entlastet das Pferd insbesondere vordere Gliedmaßen, sind diese geschwollen oder heiß und hat es Taktunregelmäßigkeiten im Gehen deutet dies auf Verletzungen des Bewegungsapparates hin. Weit aufgerissene Augen und Schwitzen ohne Anstrengung sind ebenso Ausdruck von Schmerzen.

Leidet das Pferd an einer Erkrankung des Verdauungstraktes sind neben den genannten Symptomen auch die Ausscheidungen des Pferdes aussagekräftig. Der Pferdemist sollte eine lockere Konsistenz haben und weder zu hart noch zu weich sein. Hat das Pferd Probleme beim misten oder leidet an Durchfall ist ein Besuch des Tierarztes auf jeden Fall ratsam.

Ein weiterer Anhaltspunkt für die Gesundheit des Pferdes sind seine PAT-Werte. PAT steht für Puls, Atmung und Temperatur. Die durchschnittlichen Werte liegen beim Pferd bei 32 bis 40 Pulsschlägen und 12 bis 20 Atemzügen pro Minute sowie bei 37,5 bis 38,3 Grad Celsius Körpertemperatur.

Der Puls ist mit der bloßen Hand am besten an der Unterkieferpartie, unter der Schweifrübe oder am Fesselkopf messbar. Die Atemfrequenz lässt sich am besten durch die Beobachtung des Hebens und Senkens des Brustkorbes bestimmt und die Temperatur wird mittels Fiebermesser im After bestimmt.

Pferdewissen: 10 Tipps, woran man einen guten Stall erkennt

Jeder will nur das Beste für sein Pferd. Ein großer Faktor ist die Haltung. Sie hat starken Einfluss auf Physis und Psyche des Pferdes. Aber wie erkennt man bei der ersten Besichtigung, ob ein Reitstall gut ist? Wir haben 10 Tipps für dich!

  1. Erster Eindruck. Nicht umsonst sagt man, der erste Eindruck ist entscheidend. Also lasse die ersten eindrücke auf dich wirken und siehe dich genau um. Wirkt der Stall sauber und gepflegt? Schauen die Pferde gesund und entspannt aus? Wie wirken andere Einsteller bei der ersten Begegnung?
  2. Frische Luft. Haben die Pferde Paddockboxen, Koppelgang oder gar Offenstallhaltung? Bei Boxenhaltung sollte der tägliche Koppelgang absolutes Muss sein. Dabei dürfen die Koppeln natürlich nicht zu klein für die Anzahl an Pferden sein. Kläre auch, wie viel Zeit die Pferde auf der Koppel verbringen dürfen und ob sie vom Stall auf die Koppel gebracht und geholt werden. Die Koppeln sollten außerdem über einen wetterfesten Unterstand und Tränken verfügen. Ein Zugang zu Wiesenkoppeln im Sommer ist ein weiterer Bonus!
    Bei Offenstallhaltung gilt zudem darauf zu achten, dass es separate Boxenen gibt, in denen kranke oder verletzte Tiere von der Herde abgesondert werden können. Wichtig ist zudem, ob die Pferde sicher auf den Koppeln verwahrt werden. Daher Umzäunung und Tore checken!
  3. Freunde? Ausreichender Sozialkontakt ist für jedes Lebewesen wichtig. Kläre ab, ob dein Pferde alleine oder in der Gruppe auf die Koppel kommt, wer seine Boxennachbarn sind und wie die Gruppendynamik in der Herde aussieht. Verantwortungsbewusste Stallbetreiber können dir darüber Auskunft geben.
  4. Gute Nacht! Egal ob in Offenstall- oder Boxenhaltung. Ein guter Schlafplatz ist für die Erholung und die Psyche des Pferdes von großer Bedeutung. Gibt es im Offenstall einen abgesonderten Schlafbereich, eventuell mit Stroh aufgeschüttet? Wie groß sind die Boxen deines Pferdes? Kann es sich problemlos bewegen und umdrehen und auch ausgetreckt hinlegen? Man geht von einer idealen Mindestgröße von 3×4 Metern aus. Wie häufig wird die Einstreu gewechselt? Ist diese trocken und ausreichend hoch oder scheint der Boden durch?
  5. Mahlzeit! Was und wie häufig wird gefüttert? Heu sollte mindestens zweimal täglich zur Verfügung gestellt werden. In guten Ställen werden individuelle Fütterungswünsche (Müsli, Pellets etc.) berücksichtigt. Wichtig ist außerdem die Qualität des Raufutters. Hier empfiehlt es sich, einen Blick auf den Lagerplatz des Futters zu werfen. Wird dieses dementsprechend gut gelagert, wird der Stallbetreiber kein Problem damit haben, einem diesen zu zeigen.
  6. All inclusive. Wer kümmert sich um das Pferd, wenn man einmal keine Zeit hat? Kann man auch ruhigen Gewissens mal einen Tag nicht in den Stall fahren und weiß, dass das Pferd gut aufgehoben ist? Wirft jemand mehrmals täglich ein Auge auf das Pferde, sodass etwaige Verletzungen oder Erkrankungen sofort auffallen? Und wird im Notfall auch dementsprechend schnell gehandelt? Welche Leistungen sind inbegriffen und was muss man selbst erledigen? Wird das Pferd auf die Weide geführt? Werden ihm auf Wunsch Decke und Bandagen angelegt? Wird es gefüttert?
  7. Infrastruktur. Was hat der Reitstall sonst zu bieten? Gibt es Reitplätze? Sind diese beleuchtet? Ist eine Halle vorhanden? Kann man ausreiten gehen? Gibt es einen Wasch- und Putzplatz? Bekommt man einen ausreichend großen Schrank in der Sattelkammer? Wie ist die Sattelkammer gesichert? Gibt es einen Longierzirkel oder gar eine Schrittmaschine? Ist Hindernismaterial vorhanden?
  8. Arbeit. Auch Training muss sein. Man sollte vorher mit dem Stallbetreiber abklären, ob es stalleigene Trainer gibt oder ob auch externe Trainer für Stunden in den Stall kommen dürfen.
  9. Stinkt’s? Das Klima ist in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Wird der Stall ausreichend gelüftet und herrscht im Stall eine frische Luft? Und wir vertragen sich die Einsteller untereinander? Gibt es gemeinsame Aktivitäten und Feiern?
  10. Leistbar? Ein nicht unwesentlicher Faktor ist natürlich der finanzielle Aufwand. Ist der Stall erschwinglich? Und wie sind die Preise im Vergleich mit anderen Ställen der Region? Stimmen Preis- und Leistungsverhältnis überein?

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Klick and drive!

Pferdesport-Online.com macht mobil. Mit der neuen Funktion „Transport“ lässt sich der eigene Anhänger spielend leicht verkaufen, vermieten oder wird ganz einfach zum Taxi.

Der Transport des Pferdes ist für viele mit hohem Aufwand verbunden. Hat man keinen eigenen Anhänger muss man sich kurzerhand einen fahrbaren Untersatz mieten oder Bekannte bitten, einem auszuhelfen. Will man einen Hänger erwerben bringt das oft eine weite Anfahrt zum nächstgelegenen Händler mit sich.
Umgekehrt haben häufig auch Verkäufer ihre Liebe Not damit, den Hänger an den Mann zu bringen.

Kaufen & Verkaufen leicht gemacht
Die App Pferdesport-Online verschafft diesen Problemen mit dem neuen Feature „Transport“ nun Abhilfe. Ganz einfach können Anhänger über die Plattform zum Verkauf angeboten werden. Die Angebote werden dem User mit einem Klick standortbasiert am Mobiltelefon angezeigt. Die Anbieter können bei Interesse direkt kontaktiert werden.

Einfach vermieten
Der Anhänger steht bis auf ein paar Fahrten den Rest des Jahres nur leer in der Garage? Dann ist das Tool „Fahren“ genau das Richtige. Einfach und schnell kann man den unbenutzten Hänger zur Miete anbieten und damit anderen Pferdebesitzern eine echte Hilfe sein. Genauso findet man über die standortbasierte Suche zu mietende Anhänger im eigenen Umkreis. Der Planung zur nächsten Reise mit Pferd steht damit nichts mehr im Wege!

Mach deinen Anhänger zum Taxi
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Gesundheit: Worms?! No entry!

Zweimal jährliche, alle zwei Monate oder gar nicht? Bei kaum einem medizinischen Thema scheiden sich die Geister so sehr wie beim Entwurmen. In den vergangenen Jahren scheint die traditionelle prophylaktisch Methode immer mehr der neuen selektiven Entwurmung zu weichen. Was die beiden Methoden ausmacht und wodurch sie sich unterscheiden, haben wir hier überblickmäßig festgehalten.

Zunächst gilt einmal zu klären, dass Würmer bei Pferden – so ungern das auch jeder hören mag – absolut normal sind. Problematisch werden sie erst dann, wenn sie zu zahlreich werden und beim Pferd gesundheitliche Probleme hervorrufen. Diese können dann in der Tat unterschiedlichste Erkrankungen des Verdauungstraktes hervorrufen und im schlimmsten Fall auch andere Organe befallen und bis zum Tod des Tieres führen.


Warnzeichen für einen starken Wurmbefall sind etwa:

  • stumpfes, glanzloses Fell
  • schlechter Fütterungszustand
  • Verdauungsprobleme
  • Abgescheuerte Haarpartien

Hält sich Verwurmung in Grenzen kommt ein Pferdeorganismus im Normalfall gut selbst damit zurecht. Bei ungefährlichem Wurmbefall wird ganz im Gegenteil sogar das Immunsystem gestärkt.

Diese Tatsachen verwenden Kritiker der Entwurmung gerne als Argument gegen medizinische Prophylaxe. Sie begründen es damit, dass Wildpferde auch ohne Entwurmung ein gesundes und häufig langes Leben führten.

Dem entgegenzusetzen ist die moderne Art der Haltung. Wenige bis gar keine domestizierten Pferde können sich auf so großen Flächen bewegen wie ihre wild lebenden Verwandten. Dementsprechend halten sich die Pferde heutzutage auch länger auf ein- und demselben Fressplatz auf. Kot- und Fressplätze sind nicht voneinander getrennt. Dementsprechend steigt die Infektionsgefahr um ein Vielfaches.

Das macht die Notwendigkeit eines richtigen Stallmanagements und der Hygiene im Pferdestall nur allzu deutlich.

Traditionell vs. modern
Mit der Erfindung des Wirkstoffs Benzimidazol in den 60er-Jahren hielt die Möglichkeit einer prophylaktischen Entwurmung auch in der Veterinärmedizin Einzug. Wie häufig einzelne Pferde bis hin zu ganzen Pferdebeständen entwurmt wurden, variierte von Zeitspannen von allen zwei Monaten bis hin zu zweimal jährlich. Die Wahl der Zeitintervalle beruht auch heute noch oft auf der persönlichen Entscheidung der Stallbetreiber, sollten doch sämtliche Pferde eines Stalles zum selben Zeitpunkt entwurmt werden. Eine genaue Diagnose gegen welche Parasiten überhaupt vorgegangen werden sollte oder eine Nachkontrolle, wie effizient die Entwurmung wirkte, gibt es nur in den seltensten aller Fälle.

Diese selektive Methode wurde in den vergangenen Jahren dennoch immer publiker und wird mittlerweile von vielen Veterinärmedizinern empfohlen. Eine selektive Entwurmung, ist zwar aufwendiger, dafür aber auch weitaus gründlicher.

Das sogenannte McMaster-Verfahren setzt zunächst eine Kotprobe voraus, in der die Parasiteneier pro Gramm Kot (EpG) gezählt werden. Aufgrund der Ergebnisse werden sämtliche geprüfte Pferde in zwei Gruppen, nämlich eine der „geringfügigen Eiausscheider“ und eine der „hohen Eiausscheider“ eingeteilt. Je nach Art der Parasiten und der Stärke der Verwurmung werden dann die anzuwendenden Wirkstoffe bestimmt. Alle entwurmten Pferde werden zwei bis drei Wochen nach der Entwurmung einer Kontrolluntersuchung unterzogen. Hier zeigt sich, ob die Behandlung angeschlagen hat, oder ob noch immer eine Verwurmung vorliegt. Dies kann beispielsweise passieren, wenn ein Pferd bereits Resistenzen gegen ein Medikament entwickelt hat. In diesem Fall wird der Tierarzt auf ein anderes Präparat zurückgreifen.

Nach einem ersten Übersichtsjahr werden die Pferde – immer noch nach Gruppe eingeteilt – erneut geprüft. Jene Pferde in der Gruppe der geringen Eiausscheider werden nur beim Überschreiten des Schwellenwertes von 200 EpG wieder entwurmt. Pferde in der Gruppe der hohen Eiausscheider werden hingegen über die Weidesaison verteilt kontinuierlich entwurmt.

Die Methode der selektiven Entwurmung ist zwar weitaus aufwendiger, rentiert sich aber bereits im zweiten Jahr auch finanziell merkbar, da weniger Wurmkuren eingesetzt werden müssen. Das A und O neben medikamentöser Vorsorge ist und bleibt allerdings eine ausreichende Hygiene im Stall und auf den Koppeln.


Sie wollen sich über veterinärmedizinische Themen wie die verschiedenen Entwurmungsarten informieren, sind aber noch auf der Suche nach dem richtigen Tierarzt? Unsere App ist ihnen bei der Suche behilflich. Hier finden Sie schnell und unkompliziert die Kontaktdaten sämtlicher Tierärzte in ihrer Nähe!


 

Pferdewissen: Gut geschützt durchs Jahr

Gesundheitsvorsorge ist auch beim Pferd ein großes Thema. Aber wieso sollte man sein Pferd impfen? Und welche Impfungen gibt es überhaupt?

Impfungen zählen auch bei unserer vierbeinigen Sportpartnern zu einer der erfolgreichsten prophylaktischen Maßnahmen, um vor Erkrankungen zu schützen. Das regelmäßige Impfen des Pferdes schützt dabei nicht nur das Individuum, sondern die gesamte Pferdepopulation. Denn ist ein Großteil der Pferde durch Impfungen geschützt kann die Ausbreitung von Infektionskrankheiten möglichst gering gehalten werden.

 Wieso hilft eine Impfung?
Pferde werden wie der Mensch durch ein körpereigenes Immunsystem geschützt. Durch die Bildung von Antikörpern und Abwehrzellen werden Krankheitserreger, die in den Körper eindringen, bekämpfen. Zudem baut das Immunsystem so genannte Gedächtniszellen auf, die einen einmal bekämpften Erreger auch nach Jahren wiedererkennen und somit effizienter abwehren können. Auf dieses geniale Selbstheilungsprinzip greift auch die Impfung zurück, indem abgeschwächte oder abgetötete Erreger oder deren Bestandteile in den Körper injiziert werden und das Abwehrsystem darauf reagiert.
Besonders bei Pferden, die häufig den Stall verlassen, um auf Turnieren anzutreten, sind Impfungen notwendig. Sie treffen  auf eine Vielzahl an fremden Pferden. Bei einer Infektion wird der Krankheitserreger auch in den heimischen Stall verschleppt, wodurch er sich rasend schnell ausbreiten könnte.

 Welche Impfungen gibt es?
Eine obligatorische und daher wohl auch eine der wichtigsten Impfungen ist jene gegen das Equine Influenzavirus (EIV), umgangssprachlich unter Pferdegrippe bekannt. Nach einer Grundimmunisierung durch zwei Impfungen im Abstand von sechs Wochen sollte alle sechs Monate eine Wiederholungsimpfung folgen. Die Viren verändern ihre Zusammensetzung und entziehen sich damit der Kontrolle des Immunsystems. Pferdegrippe ist hoch ansteckend und leicht über durch Atemluft übertragbar. Infizierte Pferde leiden unter Erkrankungen der oberen Atemwege. Durch die allgemeine Schwächung des Immunsystems sind die Pferde auch auf andere bakterielle Infektionen anfällig. Für die Teilnahme an Pferdesportlichen Veranstaltungen ist die Influenza-Impfung Pflicht!

Pferdegrippe
Die Influenza-Impfung muss halbjährlich aufgefrischt werden. Foto: (c) pferdenews.eu

 Ebenso wichtig ist eine Schutzimpfung gegen Tetanus. Der Erreger ist praktisch überall im Umlauf. Schon eine kleine Wunde kann für eine Infektion ausreichend sein. Eine Heilung ist nach Infektion nur sehr selten möglich. Die Infektionszeit bei Tetanus beträt zwischen einem Tag und vier Wochen. Die Pferde leiden an Steifigkeit, Nickhaut-Vorfall, allgemeiner Unruhe, hohem Fieber und Problemen bei Kot- und Harnabsatz. Die Krankheit führt in vielen Fällen innerhalb von drei bis 14 Tagen nach Eintreten der ersten Symptome zum Tod des Tieres. Vorgebeugt wird durch einer Grundimmunisierung, die aus zwei Teilen besteht. Ein Jahr darauf folgt die erste Wiederholungsimpfung, die sich dann alle zwei bis vier Jahre wiederholt.

 Bei Pferdebesitzern besonders gefürchtet ist das Equine Herpesvirus, das in fünf unterschiedlichen Formen auftritt. Von vergleichbar ungefährlichen Atemwegserkrankungen bis hin zum akuten Tod des Pferdes, kann der Krankheitsverlauf sehr unterschiedlich aussehen. Die Viren werden meist mittels Tröpfcheninfektion übertragen. Durch die hohe Infektionsgefahr kann aber auch schon indirekter Kontakt etwa durch Stallbesucher zu einer Übertragung führen.

Der EHV-1-Erräger schlummert indes schon in den meisten Pferdekörpern. Bei rund 90 % aller Pferde könne der Virus im Blut nachgewiesen werden. Die meisten Pferde infizieren sich bereits in jungen Jahren mit dem Erreger. Bei einer Schwächung des Immunsystems kann sich dieser jederzeit in Erscheinung treten. Infizierte Pferde tragen den Virus ein Leben lang im Körper.

Es gibt die Möglichkeit sein Pferd gegen EHV-1 und EHV-4 impfen zu lassen, die nach drei bis sechs Monaten aufgefrischt werden müssen. Sinnvoll ist die Impfung außerdem nur, wenn der gesamte Pferdeschutz im Stall geimpft wurde.

 Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sein Pferd auch im Hinblick auf andere Krankheiten, wie die in den vergangenen Jahren immer wieder auftretende Druse oder Tollwut, impfen lassen. Es empfiehlt sich in diesem Fall immer zuerst ein individuelles Beratungsgespräch mit dem behandelnden Tierarzt zu führen.


Nie mehr vergessen!
Die Pferdesport-Online.com-App bietet dir die optimale Möglichkeit um garantiert keine Impfung mehr zu vergessen. Im Bereich „Mein Pferde“ kannst du ein profil für jeden deiner Vierbeiner anlegen und wichtige Daten sichern. Mittels Erinnerungsfunktion erinnert die App an jeden Impf- und Entwurmungstermin.
Somit geht’s gut geschützt durchs ganze Pferdesportjahr! 


 

Coming soon: Taxis und Transporter

Pferdesport-Online.com erweitert seine Datenbank. Schon bald hilft die App auch bei der Suche nach dem passenden Transportmittel.

 Sommerzeit ist Turnierzeit. Um mit seinem vierbeinigen Sportpartner von A nach B zu gelangen, benötigt Reiter für das Pferd einen fahrbaren Untersatz. Bei vielen Turniereinsätzen wird ein Anhänger unverzichtbar. Oder aber das Pferd erkrankt akut und muss dringend in die nächstgelegene Pferdeklinik gebracht werden. In einem solchen Fall wird ein Pferdeanhänger zum lebensrettenden Utensil.

Die Suche nach dem richtigen Gefährt stellt sich allerdings oftmals als nicht so einfach heraus. Wer bietet welches Modell? Wo findet man gebrauchte Anhänger? Wo gibt es das preiswerteste Angebot? Und vor allem, was gibt es bei mir in der Nähe? Die Pferdesport-Online.com-App gibt schon bald Antworten auf all diese Fragen.

 Denn die Service-Plattform erweitert ihr Angebot um Anhänger und Pferdetransporter. Nützliche Adressen und Kontaktdaten von Transportunternehmen im gesamten deutschsprachigen Raum sind ab Mitte August auf Homepage und App gelistet. Mit der standortbasierten Suche ist es dann keine Kunst mehr, den besten Händler im Umkreis ausfindig zu machen. Private gebrauchte Anhänger und LKWs können wie gewohnt am Marktplatz kostenlos angeboten und gefunden werden.

Als bisher einzigartiges Service können über die App auch Mitfahrgelegenheiten organisiert und Hänger für einzelne Fahrten gemietet werden.

DIE App für Pferdemenschen
Pferdesport-Online.com stellt als einzige Service-Stelle rund ums Pferd und den Reitsport hilfreiche Adressen von Dienstleistern zur Verfügung. Die baldige Erweiterung der Datenbank um Transportunternehmen und Sattler macht Pferdesport-Online.com noch unverzichtbarer für das Smartphone eines jeden Pferdemenschen. Die Kontaktdaten von rund 850 Hufschmieden, 500 Reitschulen, 1800 Stallungen, 700 Tierärzten und Kliniken  sowie 500 Reitschulen und Ausbildern sind schon jetzt standortbasiert mit einem Klick abrufbar.