Altbewährte Tradition innovativ verpackt

Zurück zur Natur ist modern – auch in der Veterinärmedizin. Die deutsche Firma EQUISPA hat eine jahrhundertealte Heilmethode neu und innovativ verpackt.

Die Medizin befindet sich in ständigem Fortschritt. Oft besteht aber gerade dieser Fortschritt in einem Blick zurück und in der Rückbesinnung auf Altbewährtes. Ob natürliche Antibiotika, Heilkräuter oder jahrhundertealte Therapien, moderne Therapiekonzepte versuchen medizinische Innovation mit traditionellen Ansätzen zu verbinden. Was sich in der Humanmedizin etabliert hat, findet häufig auch in der Veterinärmedizin großen Anklang. Denn: Was uns Menschen guttut, das tut oft auch den Vierbeinern gut.

Moor gilt als eines der ältesten Heilmittel überhaupt und wird in der Humanmedizin schon lange als Naturheilmittel verwendet. Moorpackungen können als Wärme- oder Kältebehandlung gegen chronisch rheumatische Erkrankungen des Bewegungsapparates, bei degenerativen Gelenkserkrankungen, chronischen Erkrankungen innerer Organe oder allgemeinen Schmerzzuständen wie Verspannungen eingesetzt werden. Auch beim Pferd hat sich diese Behandlungsmethode bewährt.

Die im baden-württembergischen Metzingen angesiedelte Firma EQUISPA verbindet diese jahrhundertealte Naturheilmethode nun mit einem innovativen und effektiven Außenelement. In Form einer Rumpfdecke, einer Bein- oder einer Halsmanschette lassen sich die heilenden Moorkissen zur Anwendung an verschiedenen Körperteilen in eingenähten Taschen einsetzen. Der Hersteller verspricht dadurch eine punktgenaue und damit höchst effektive Anwendung am gesamten Pferdekörper.

Der Naturgedanke setzt sich wie ein roter Faden in sämtlichen EQUISPA-Elementen durch. Diese bestehen aus 100 % biozertifizierter Baumwolle und sind dadurch sehr hautfreundlich. Wichtig für die Effektivität der Behandlung ist die gute Temperaturübertragung auf den Pferdekörper. Die Produkte werden in Deutschland hergestellt und können auf Wunsch in Sondergrößen gefertigt werden.

Die Wärmebehandlung mit Moorkissen wirkt durchblutungsfördernd und entspannt den Körper physisch und psychisch. Die Indikation dieser Naturheilmethode ist daher breit gefächert. Von allgemeinem Stress, über Arthrose und Durchblutungsstörungen bis hin zu Reizzuständen im Magen- und Darmtrakt kann eine Vielzahl an akuten und chronischen Beschwerden therapiert werden.

Die Kältebehandlung bietet sich wiederum bei Schwellungen, Ödemen, Hämatomen und Verstauchungen an. Die Therapie kann mehrmals täglich durchgeführt werden. Beide Therapiemöglichkeiten lassen sich durch die zusätzliche Anwendung einer EQUISPA-Heilpaste verstärken.

Naturheilmittel wie die Moorpackungen aktivieren die Selbstheilkräfte des Körpers und haben wenige bis keine Neben- oder Wechselwirkungen. Die Wärmebehandlung unterstützt die oxidativen Prozesse der Lactatverwertung. Neueste humanmedizinische Untersuchungen haben ergeben, dass Lactat als Energiequelle des Immunsystems dient. In der Pferdemedizin besteht diesbezüglich sicherlich noch Forschungspotenzial. Die tagtäglichen Erfahrungen mit dieser Therapiemethode bestätigen aber die positiven Therapieergebnisse der Humanmedizin. Nicht umsonst setzten bereits viele Freizeit- und Turnierreiter wie der NRHA-Trainer Gennaro Lendi auf die EQUISPA-Produkte.

Weitere Informationen zur Firma EQUISPA und den EQUISPA-Produkten finden Sie hier.

Durchatmen!

Die Lunge ist eines der wichtigsten Organe im Pferdekörper. Von akuter Bronchitis bis hin zu Herzhusten gibt es einige Erkrankungen, welche die Atemwege schwächen können.

Durchschnittlich 60 Liter Luft atmet ein Pferd im Ruhezustand pro Minute ein. Das sind fast 90.000 Liter Luft am Tag. Ein solches Hochleistungsorgan wie die Lunge ist natürlich anfällig für Krankheiten. Insbesondere schlechte Luft im Stall und Staub können bei dem Luftvolumen schnell zu akuten und chronischen Erkrankungen führen.

Bronchitis
Eine Bronchitis ist wohl die bekannteste aller Atemwegserkrankungen. Sie wird in eine akute oder chronische Bronchitis unterteilt. Sämtliche akuten Entzündungen der Bronchialschleimhaut werden als akute Bronchitis benannt. Diese können auf virale Ursachen oder eine bakterielle Infektion zurückgeführt werden. Neben viralen Erkrankungen können also auch Staub, schlechtes Futter, starke Ammoniakbelastung durch alte Einstreu oder psychische Auslöser wie Stress ein Auslöser sein. Die Belastung von Schimmelpilzen kann zu einer allergisch bedingten Bronchitis führen.

Im Gegensatz dazu gibt es auch eine so genannte chronisch-obstruktive Bronchitis (COB). Die Ursachen für diese dauerhafte Entzündung sind ähnlich vielfältig wie jene einer akuten Bronchitis. Zum einen können infektiöse Erreger wie Viren, Bakterien, Pilze oder Lungenwürmer eine COB auslösen. Auch allergische Reaktionen auf kontaminiertes Grundfutter lassen sich in die Liste der Auslöser einreihen. Bei einer COB kommt es zu einer Verengung oder Verstopfung der kleinen Atemwege. Der an sich schützende Schleimfluss ist dann gestört oder verändert. Kommt es so weit, dass sich der Schleim verfestigt können die feinen Flimmerhärchen der Schleimhäute irreparabel geschädigt werden. Der Pferdekörper reagiert darauf mit einer erschwerten Atmung und Husten.

Anatomische Missbildungen
Ein weiterer Grund für Atemwegsprobleme kann eine anatomische Missbildung des Atmungsapparates kommen. Diese tritt im Bereich des Rachen, des Kehlkopfes, des weichen Gaumens oder der Trachea auf. Die Fehlbildungen führen zu einer teilweisen Verlegung der Luftwege, die wiederum die Atmung behindert. Große Pferderassen sind davon eher betroffen als kleine. Die meisten Missbildungen lassen sich chirurgisch gut behandeln.

„Lungenbluter“
Diese Erkrankung tritt zumeist bei Rennpferden auf, kann allerdings auch alles anderen Pferde betreffen und ist bisher noch nicht ganz erforscht. Die Erkrankung äußert sich durch Nasenbluten nach schwerer Belastung. Das Blut stammt aus der Lunge. Es wird angenommen, dass die Gefäße dem leistungsbedingt hohen Blutdruck nicht standhalten können und es dadurch zu den Blutungen kommt.

Herzhusten
Eine weitere Erkrankung, von der das Immunsystem des Pferdes nicht betroffen ist, ist der so genannte Herzhusten. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Linksherzinsuffizienz, die zur Lungenstauung führt. Das Pferd kann dabei regelrecht in Atemnot geraten. Herzhusten tritt häufig bei älteren Pferden auf, weshalb er umgangssprachlich auch oft als Altershusten bezeichnet wird. Auch Wetterfühligkeit und eine schwüle Wetterlage begünstigen diese Erkrankung.

 


Von den Nüstern bis zur Lunge
Der Weg der Luft in den Körper des Pferdes beginnt bei den Nüstern. Pferde atmen zwischen acht und sechszehn Mal pro Minute ein. Pro Atemzug werden zwischen vier und sechs Litern Luft aufgesogen. Über Rachen und Kehlkopf findet die Luft dann ihren Weg in die Luftröhre, die sich am Brusteingang in kleine Röhren, die sogenannten Hauptbronchien, aufteilt. Diese wiederum teilen sich in viele immer kleiner werdende Röhren, die Bronchien. An den Enden der feinsten Verästelungen sitzen die Lungenbläschen, welche wiederum von einem Netz aus Blutgefäßen überzogen sind. In den Lungenbläschen tritt der Sauerstoff in das Blut ein und Kohlendioxid aus dem Blut der Kapillaren über die Wand der Lungenbläschen in deren Luftraum über. Die nun mit Kohlendioxid angereicherte Luft wird wieder ausgeatmet.


Symptome für eine Atemwegserkrankung:

  • Husten
  • Nasenausfluss
  • Geblähte Nüstern
  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Erhöhter Puls
  • Erhöhte Atemfrequenz
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Schwitzen
  • Umfangsvermehrungen im Kopfbereich

 Die Auslöser für Atemwegserkrankungen sind mannigfaltig und teilweise nicht einfach festzustellen. Da nicht behandelte Erkrankungen zu ernsthaften langfristigen Folgen führen können sollte man schon die geringsten Anzeichen ernst nehmen und rechtzeitig einen Tierarzt zu Rate ziehen.


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Pferdewissen: Geht’s dir gut?

Fell, Augen, Atmung – wir erklären euch, woran man ein krankes Pferd erkennen kann.

Bei Pferden gibt es ähnlich dem Menschen unzählige Krankheiten, die den Organismus befallen können. Im Ernstfall obliegt es Veterinärmedizinern anhand der Symptome zu bestimmen, woran das Pferd erkrankt ist. Um aber überhaupt zu wissen, wann ein Anruf beim Tierarzt nötig ist, sollte man ein krankes Pferd erkennen können. Im Gegensatz zum Menschen können Pferde uns nicht mitteilen, wenn sie sich schlecht fühlen oder Schmerzen haben. Erkennen kann man es aber trotzdem. Und zwar mittels Körpersprache.

Ein gesundes Pferd ist optisch gut erkennbar. Es sollte einen entspannten Eindruck machen, ein glänzendes Fell und klare wache Augen haben. Sein Fütterungszustand ist gut, es hat Appetit und trinkt regelmäßig. Puls und seine Atmung sind ruhig und gleichmäßig.

Symptome für eine Erkrankung
Bei kranken Pferden wirken die Augen häufig trüb, der Blick ist teilnahmslos. Auch gerötete und tränende Augen sind Anzeichen für eine Erkrankung. Das Fell ist matt und struppig, oftmals machen sich Erkrankungen durch Probleme beim Fellwechsel bemerkbar. Weitere Indizien für eine vorliegende Erkrankung ist Nasenausfluss, besonders wenn dieser dick und verfärbt ist. Atmet das Pferd unregelmäßig oder angestrengt, oder macht es gar Geräusche beim Atmen sollte dringend ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Entlastet das Pferd insbesondere vordere Gliedmaßen, sind diese geschwollen oder heiß und hat es Taktunregelmäßigkeiten im Gehen deutet dies auf Verletzungen des Bewegungsapparates hin. Weit aufgerissene Augen und Schwitzen ohne Anstrengung sind ebenso Ausdruck von Schmerzen.

Leidet das Pferd an einer Erkrankung des Verdauungstraktes sind neben den genannten Symptomen auch die Ausscheidungen des Pferdes aussagekräftig. Der Pferdemist sollte eine lockere Konsistenz haben und weder zu hart noch zu weich sein. Hat das Pferd Probleme beim misten oder leidet an Durchfall ist ein Besuch des Tierarztes auf jeden Fall ratsam.

Ein weiterer Anhaltspunkt für die Gesundheit des Pferdes sind seine PAT-Werte. PAT steht für Puls, Atmung und Temperatur. Die durchschnittlichen Werte liegen beim Pferd bei 32 bis 40 Pulsschlägen und 12 bis 20 Atemzügen pro Minute sowie bei 37,5 bis 38,3 Grad Celsius Körpertemperatur.

Der Puls ist mit der bloßen Hand am besten an der Unterkieferpartie, unter der Schweifrübe oder am Fesselkopf messbar. Die Atemfrequenz lässt sich am besten durch die Beobachtung des Hebens und Senkens des Brustkorbes bestimmt und die Temperatur wird mittels Fiebermesser im After bestimmt.

Gesundheit: Worms?! No entry!

Zweimal jährliche, alle zwei Monate oder gar nicht? Bei kaum einem medizinischen Thema scheiden sich die Geister so sehr wie beim Entwurmen. In den vergangenen Jahren scheint die traditionelle prophylaktisch Methode immer mehr der neuen selektiven Entwurmung zu weichen. Was die beiden Methoden ausmacht und wodurch sie sich unterscheiden, haben wir hier überblickmäßig festgehalten.

Zunächst gilt einmal zu klären, dass Würmer bei Pferden – so ungern das auch jeder hören mag – absolut normal sind. Problematisch werden sie erst dann, wenn sie zu zahlreich werden und beim Pferd gesundheitliche Probleme hervorrufen. Diese können dann in der Tat unterschiedlichste Erkrankungen des Verdauungstraktes hervorrufen und im schlimmsten Fall auch andere Organe befallen und bis zum Tod des Tieres führen.


Warnzeichen für einen starken Wurmbefall sind etwa:

  • stumpfes, glanzloses Fell
  • schlechter Fütterungszustand
  • Verdauungsprobleme
  • Abgescheuerte Haarpartien

Hält sich Verwurmung in Grenzen kommt ein Pferdeorganismus im Normalfall gut selbst damit zurecht. Bei ungefährlichem Wurmbefall wird ganz im Gegenteil sogar das Immunsystem gestärkt.

Diese Tatsachen verwenden Kritiker der Entwurmung gerne als Argument gegen medizinische Prophylaxe. Sie begründen es damit, dass Wildpferde auch ohne Entwurmung ein gesundes und häufig langes Leben führten.

Dem entgegenzusetzen ist die moderne Art der Haltung. Wenige bis gar keine domestizierten Pferde können sich auf so großen Flächen bewegen wie ihre wild lebenden Verwandten. Dementsprechend halten sich die Pferde heutzutage auch länger auf ein- und demselben Fressplatz auf. Kot- und Fressplätze sind nicht voneinander getrennt. Dementsprechend steigt die Infektionsgefahr um ein Vielfaches.

Das macht die Notwendigkeit eines richtigen Stallmanagements und der Hygiene im Pferdestall nur allzu deutlich.

Traditionell vs. modern
Mit der Erfindung des Wirkstoffs Benzimidazol in den 60er-Jahren hielt die Möglichkeit einer prophylaktischen Entwurmung auch in der Veterinärmedizin Einzug. Wie häufig einzelne Pferde bis hin zu ganzen Pferdebeständen entwurmt wurden, variierte von Zeitspannen von allen zwei Monaten bis hin zu zweimal jährlich. Die Wahl der Zeitintervalle beruht auch heute noch oft auf der persönlichen Entscheidung der Stallbetreiber, sollten doch sämtliche Pferde eines Stalles zum selben Zeitpunkt entwurmt werden. Eine genaue Diagnose gegen welche Parasiten überhaupt vorgegangen werden sollte oder eine Nachkontrolle, wie effizient die Entwurmung wirkte, gibt es nur in den seltensten aller Fälle.

Diese selektive Methode wurde in den vergangenen Jahren dennoch immer publiker und wird mittlerweile von vielen Veterinärmedizinern empfohlen. Eine selektive Entwurmung, ist zwar aufwendiger, dafür aber auch weitaus gründlicher.

Das sogenannte McMaster-Verfahren setzt zunächst eine Kotprobe voraus, in der die Parasiteneier pro Gramm Kot (EpG) gezählt werden. Aufgrund der Ergebnisse werden sämtliche geprüfte Pferde in zwei Gruppen, nämlich eine der „geringfügigen Eiausscheider“ und eine der „hohen Eiausscheider“ eingeteilt. Je nach Art der Parasiten und der Stärke der Verwurmung werden dann die anzuwendenden Wirkstoffe bestimmt. Alle entwurmten Pferde werden zwei bis drei Wochen nach der Entwurmung einer Kontrolluntersuchung unterzogen. Hier zeigt sich, ob die Behandlung angeschlagen hat, oder ob noch immer eine Verwurmung vorliegt. Dies kann beispielsweise passieren, wenn ein Pferd bereits Resistenzen gegen ein Medikament entwickelt hat. In diesem Fall wird der Tierarzt auf ein anderes Präparat zurückgreifen.

Nach einem ersten Übersichtsjahr werden die Pferde – immer noch nach Gruppe eingeteilt – erneut geprüft. Jene Pferde in der Gruppe der geringen Eiausscheider werden nur beim Überschreiten des Schwellenwertes von 200 EpG wieder entwurmt. Pferde in der Gruppe der hohen Eiausscheider werden hingegen über die Weidesaison verteilt kontinuierlich entwurmt.

Die Methode der selektiven Entwurmung ist zwar weitaus aufwendiger, rentiert sich aber bereits im zweiten Jahr auch finanziell merkbar, da weniger Wurmkuren eingesetzt werden müssen. Das A und O neben medikamentöser Vorsorge ist und bleibt allerdings eine ausreichende Hygiene im Stall und auf den Koppeln.


Sie wollen sich über veterinärmedizinische Themen wie die verschiedenen Entwurmungsarten informieren, sind aber noch auf der Suche nach dem richtigen Tierarzt? Unsere App ist ihnen bei der Suche behilflich. Hier finden Sie schnell und unkompliziert die Kontaktdaten sämtlicher Tierärzte in ihrer Nähe!